
Klick, klick. Klick, klick. Mein Elefant und ich, wir sitzen gemeinsam in einem stockdüsteren Raum. Das Schwarz absorbiert jegliches Licht, das durch die Gitterstäbe wie flüssige Farbe hindurchsickert. Mein Elefant befindet sich rechts von mir und schnurrt, kraule ich ihn hinter den Ohren. Er schüttelt sich und schaut mir ins Gesicht. Wir wissen beide, niemand wird wissen, wer er wirklich ist. Niemand wird es jemals wissen. Zumindest nicht unter diesen Umständen. Wenn wir aus der Zelle raus sind, dann. Kleine Worte türmen sich wie ein gemähter Haufen Gras vor meinen Füßen. Jedem einzelnen haben wir ein Klebeband über den geschwätzigen Mund geklebt. Es sind nicht unsere Worte, nein, nein. Fremde Worte. Hieroglyphen. Mehr Bild als Wort, mehr ein Foto als ein richtiges Gespräch. Sie bauen den Turm von Babylon. Klick, klick. Gemeinsam lauschen wir den Geräuschen des Diageräts. Vor unseren Augen glühen sandige Wüsten, rauschen tosende Ozeane und zirpen singende Zikaden. Unsere Gesichter sind beleuchtet vom wechselnden Bilderspiel. Immer wieder das gleiche Szenario. Bild 1, Bild 2, Bild 3. Man sollte meinen, es sei uns lange schon zu langweilig. Immer wieder. Manchmal frage ich mich, ob das ganze hier eine Gehirnwäsche sein soll. Ich weiß nicht recht. Vielleicht zeigt die Gerhinwäsche genau im vorigen Satz bereits ihre Wirkung. Sie entfaltet sie sozusagen. Auf einen Paukenschlag. Vielleicht sollten wir das Kino verlassen, aber mein Regiestuhl ist eindeutig zu bequem. Ich gähne. Langsam langweilt es mich also doch. Wie oft haben wir es gleich schon gesehen? Mein Elefant starrt wie jedes Mal gebannt auf die Leinwand und spricht kein einziges Wort. Vielleicht langweilt er mich sogar. Wobei...nein. Er ist beinahe noch nigelnagelneu. Auch den Worten scheint all das nichts auszumachen. Ich sollte die weiße Fahne schwenken, das Handtuch werfen. In meiner Jackentasche scheint es auf einmal zu rascheln. Ich halte den Atem an, höre noch genauer hin. Ein Flüstern, ein leises Wispern. Ich greife hinein und ertaste eine Packung Taschentücher. Vorsichtig ziehe ich eines von ihnen hinaus, wirble es durch die Luft und werfe es vertikal in die Höhe. Die weiße Fahne segelt dem Boden entgegen. Ich stehe auf, drehe mich um und verlasse den Raum im bodenlangen Morgenmantel, den Elefanten in meiner Tasche.








